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Die Entwicklung von Sturmtief „Jennifer“
27.01.2010 | Deutschland
Wir haben die Ereignisse zu Tiefdruckgebiet „Jennifer“ in chronologischer Reihenfolge zusammengefasst.
+++ Donnerstag, 12:30 Uhr +++
Das Sturmtief zog ab Mittwoch Abend vom Nordmeer in die Ostsee und hatte viel Schnee und Wind im Gepäck, besonders in Ostdeutschland war der Straßen- und Schienenverkehr beeinträchtigt. Einige Flugausfälle gab es in Frankfurt und München. Im Nordwesten und Westen von Deutschland traf sich vorher noch gefährlicher gefrierender Regen mit dem eiskalten Boden, was zu spiegelglatten Straßen und Gehwegen führte. Die höchste Windböe wurde auf dem Fichtelberg mit 130 km/h gemessen. Das nächste Tiefdruckgebiet „Keziban“ wird dann das deutsche Wetter am Freitag gestalten.
+++ Donnerstag, 0:15 Uhr +++
Ein kleines Update vor der Nacht: Das Niederschlagsband liegt jetzt weitgehend in der Mitte von Deutschland, einige Bereiche die im Schatten von Gebirgszügen liegen, bekommen weniger Niederschlag / Schneefall ab. Besonders intensiv schneit es vor den Staulagen wie zum Beispiel Erzgebirge.
In der Nacht und zum Vormittag kommen die Niederschläge weiter zu den Alpen. Von Norden können weitere Schneefälle meist in Schauerform durch das Land ziehen. In Richtung Nordwesten und Norden bleibt es etwas milder, hier gibt es Regen oder gefrierenden Regen.
Der Wind hat an der Nordseeküste schon auf Nordwest gedreht und weht frisch bis stark auf. In der Mitte kommt der Wind ebenfalls frisch bis stark aus westlichen Richtungen. Im Süden ist die vorherrschende Richtung noch Südwest, dürfte sich aber mit zunehmender Dauer auf Nord-West ändern, dazu stärker werdend.
Aufgrund der Schneefälle und Glättesituation durch gefrierenden Eisregen dürfte es am Donnerstag Morgen verbreitet zu Behinderungen im Straßenverkehr kommen.
+++ Mittwoch, 22:15 Uhr +++
In Essen gibt es gefrierenden Regen bei -2 Grad. In Dortmund ist es dagegen Schneefall.
In Frankfurt gab es mittleren Schneefall bis hin zum Schneetreiben, während weiter nördlich in Mittelhessen nur ganz wenig Schneefall und Schneegraupel fiel. Gute Abschattung und damit Lee-Effekte vom Westerwald und Rothaargebirge dürften hier der Grund sein.
An der Nordseeküste setzen sich inzwischen die wärmeren Temperaturen durch: etwa +2 bis +4 Grad. In Oldenburg bei Bremen gibt es zum Beispiel inzwischen starken Regen bei +2 Grad.
+++ Mittwoch, 22:00 Uhr +++
Der Deutsche Wetterdienst hat die Landkreise im Erzgebirge mit einer Unwetterwarnung vor Schneefall und Schneeverwehungen ausgestattet!
+++ Mittwoch, 20:40 Uhr +++
Der Wind frischt immer mehr auf, vor allem in ganz Deutschland nördlich vom Main weht der Wind mit Stärke 4 bis 5 im Mittel. Die Windböen haben noch mehr Geschwindigkeiten im Gepäck, im Flachland sind 50 bis 70 km/h gemessen worden. Auf dem Brocken erreichte eine Böe sogar 122 km/h!
+++ Mittwoch, 20:15 Uhr +++
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es wieder starke Schneeverwehungen, die den Straßenverkehr stark bis erheblich behindern.
+++ Mittwoch, 20:00 Uhr +++
Das Zentrum von „Jennifer“ liegt nun mit 987 hPa über Südschweden. An der Südseite gibt es heftigen Druckabfall, damit gehen auch hohe Windböen einher, wie z.B. Rügen mit 104 km/h.
+++ Mittwoch, 19:05 Uhr +++
Aus der Region Emden/Ostfriesland wird Starkregen vermeldet, der bei ca. +1 Grad eine halbe cm dicke Eisschicht auf den Boden zaubert.
+++ Mittwoch, 18:55 Uhr +++
Aus Hamburg und Hannover gibt es Berichte, dort hätte starkes Schneetreiben eingesetzt. Nach Berichten der Wettermelder soll es in Verbindung mit dem starken Wind wie in einem Schneesturm sein.
Die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte (und ihre unterstellten Ämter) sperren den Mittellandkanal auf der gesamten Länge von 326 km. Ein östliches Teilstück war schon vor ein paar Tagen gesperrt worden.
+++ Mittwoch, 18:35 Uhr +++
Auch für Hessen und große Teile von Franken hat der Deutsche Wetterdienst eine amtliche Warnung vor Schneefall und in Lagen über 400 Meter vor Schneeverwehungen ausgegeben. Hier wird ebenfalls vor 5 bis 10 cm Neuschnee gewarnt.
+++ Mittwoch, 18:05 Uhr +++
Der Deutsche Wetterdienst hat für alle Landkreise in NRW eine amtliche Warnung vor Schneefall und über 400 Meter vor Schneeverwehungen ausgegeben. Es werden 5 bis 10 cm Neuschnee erwartet, mit Südwestwind der Stärke 8 kann und wird es zu Schneeverwehungen kommen.
+++ Mittwoch, 17:35 Uhr +++
Der Deutsche Wetterdienst hat für den Brocken/Harz eine Unwetterwarnung vor Orkanböen herausgegeben, der Wind kann Stärke 11 bis 12 erreichen.
+++ Mittwoch, 17:05 Uhr +++
Quickborn und Jagel im Norden von Deutschland melden starken Schneefall.
Ahaus/Borken meldet ebenfalls Schneefall.
+++ Mittwoch, 15:45 Uhr +++
Eisregen auf Norderney und der Verkehr liegt sprichwörtlich so gut wie auf Eis.
+++ Mittwoch, 15:20 Uhr +++
Berlin meldet mittelstarken Schneefall bei -8 Grad.
Bremerhaven, Wittmund und St. Peter-Ording melden gefrierenden Regen bei -1 Grad.
Von Dortmund über Paderborn nach Gütersloh gibt es sogar kurze Auflockerungen, ansonsten ist es bis auf den Süden (Alpennähe) stark bewölkt bis bedeckt.
Die Temperaturen sind im Nordwesten und ganz im Westen von Deutschland auf -1 bis -4 Grad gestiegen. Im restlichen Bundesgebiet herrschen derzeit noch frostige -5 bis -10 Grad.
Der Wind hat im Nordwesten aufgefrischt, weht hier im Mittel von Stärke 4 aus Südwest. Direkt an der Küste liegt er bei Windstärke 5 bis 6 im Mittel. Im restlichen Bundesgebiet ist er nur schwach umlaufend aus unterschiedlichen Richtungen.
Der Luftdruckunterschied ist auch beachtlich: Während Sylt einen Luftdruck von 1009 hPa vermeldet, sind es in Frankfurt/Main noch 1028 hPa. Der Druckabfall ist besonders in der Nordhälfte besonders deutlich: zwischen 6 bis 10 hPa in den letzten 3 Stunden sind schon eine ordentliche Hausnummer.
+++ Mittwoch, 14:00 Uhr +++
Der Deutsche Wetterdienst hat für die norddeutschen Küstengebiete eine amtliche Warnung vor Sturmböen und Schneefall herausgegeben. Die Windböen können eine Stärke von 8 bis 9 erreichen, im Mittel weht der Wind mit Stärke 5 bis 6. Erst aus Südwest, später auf Nordwest drehend.
Für das nördliche NRW besteht ab 14 Uhr (ebenfalls vom Deutschen Wetterdienst) eine Warnung vor Schneefall und Glätte. Betroffen sind die Landkreise Steinfort, Borken, Coesfeld, Kleve und Wesel. Hier ist die Gefahr auch groß, dass der Niederschlag später von Schnee in gefrierenden Regen übergeht und damit die Glättegefahr steigert!
Jagel in Schleswig-Holstein meldet Schneefall bei -3 Grad. Auf Norderney Schneeregen bei -1 Grad.
+++ Mittwoch, 11:45 Uhr +++
Von einer „Schneewalze Jennifer“ und wie so manch neuer Hype durch das Land getrieben werden soll, kann und muss man sich derzeit einfach nur distanzieren. (zum Beispiel Bild.de)
Die Wetterlage ist aus meteorologischer Sicht spannend und für den Straßenverkehr durch Neuschnee in Verbindung mit Verwehungen auch kritisch. Aber wegen den akkumulierten Schneemengen bis Montag gleich eine ganze „Schneewalze“ auszurufen, gleicht einer Panikattacke³. Es ist und bleibt Winter, der im Alltag zu Behinderungen führen wird, allerdings keine neue Katastrophe darstellt bzw. darstellen wird.
+++ Mittwoch, 10:30 Uhr +++
In Norddeutschland gibt es ein erstes Niederschlagsband, was auch auf dem Wetterradar (Niederschlagsradar) zu sehen ist. Hier handelt es sich quasi um eine Höhenwarmfront, der Schnee erreicht aber noch nicht den Boden, da die unteren Luftschichten derzeit noch extrem trocken sind.
+++ Mittwoch, 10:00 Uhr +++
Auch wenn „Jennifer“ noch nicht wirklich wirksam in das deutsche Wetter eingreift, aber die Temperaturen sind trotzdem beachtenswert. Aktuell ist es noch sehr frisch in Deutschland: In Ostdeutschland und Niederbayern noch -11 bis -15 Grad, in Baden-Württemberg über Rheinland-Pfalz bis nach Hessen zwischen -9 und -12 Grad. In NRW sowie bis hoch nach Schleswig-Holstein gibt es aktuell -5 bis -9 Grad. Der Wind ist im Binnenland fast windstill bis schwach und aus unterschiedlichen Richtungen. Nur auf der Nordsee frischt der Wind mit Stärke 6 auf, in der Ostsee aktuell Windstärke 5.
Ein kleiner Blick in das Ausland, hier vermeldet der österreichische Wetterdienst ZAMG die kälteste Nacht seit 15 Jahren in Nord- und Ostösterreich. In Gars am Kamp wurden -27,6 Grad gemessen.
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