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„Keziban“ wirbelt über Deutschland
29.01.2010 | Deutschland
Das Tiefdruckgebiet „Keziban“ beeinflusst das Wetter in Deutschland am Freitag bis zum Samstag besonders stark, weil das Zentrum (Tiefdruckkern) um 17 Uhr genau über Niedersachsen liegt.
Besonders gut lässt sich das am Luftdruck (mit einem Barometer) ablesen: In Celle und Hannover hat es (einen auf Meeresniveau reduzierten Druck von) 978 hPa! Aber auch im restlichen Deutschland finden sich überall nur dreistellige Werte, jedoch nicht ganz so extrem niedrig. Frankfurt meldet 983 hPa, in München 991 hPa. Der Luftdruckabfall wird sich besonders in Ostdeutschland fortsetzen, während es von den Niederlanden her wieder leichten Druckanstieg zu verzeichnen gibt.
Auch bei den Windmeldungen lässt sich das Tiefdruckgebiet quasi „herauslesen“, da sich hier die Luft gegen den Uhrzeigersinn um den Kern dreht. Bremerhaven meldet um 17 Uhr eine Windrichtung aus Nord. Etwas weiter südlich meldet Osnabrück Wind aus Nordwest. Östlich davon liegt Bückeburg, welches einen südwestlichen Wind vermeldet. Um den Kreis zu schließen, schaut man nach Soltau und Celle, hier gibt es Wind aus Süd bis Südost.
Wie geht es mit „Keziban“ weiter? Im Laufe der Nacht wird „Keziban“ dann in Richtung Ostseeküste ziehen. In den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein und Teile von Berlin/Brandenburg kann es wie schon bei „Daisy“ zu unwetterartigen Schneeverwehungen kommen! Innerhalb von 12 Stunden sind 15 cm Neuschnee oder gar mehr möglich bis wahrscheinlich! Der Wind frischt auf, erreicht im nordöstlichen Binnenland bis 70 km/h, an der Küste sind schwere Sturmböen bis 100 km/h möglich!
Im Westen und in der Mitte von Deutschland werden die Niederschläge (über 200 bis 300 Meter meist als Schnee) ihren Höhepunkt am Freitag Abend haben, später nachlassend. Es droht danach überfrierende Glätte, die nicht unterschätzt werden sollte! Im Südwesten (z.B. Stuttgart) wird der Niederschlags-Höhepunkt gegen Mitternacht erreicht. Im Süden (wie München, Alpenvorland und Alpen) stauen sich die Schneewolken erst im Laufe des Abends, hier muss durch die Staulage bis zum Samstag mit Schneefall gerechnet werden! Ganz im Norden und Nordosten von Deutschland muss auch am Samstag durchweg mit starken Schneefällen, viel Wind (über die Nacht kurzzeitig schwächer, dann stark auflebend) bis hin zu Sturmböen und heftigen Schneeverwehungen gerechnet werden!
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