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Von der Nebelsuppe zum Sonnenschein
21.10.2011 | Deutschland
Am gestrigen Donnerstag war Deutschland noch vom Einfluss des Tiefs "Klaus" geprägt, das schon seit Dienstag polare Meeresluft in unser Land gelenkt hatte. Nachdem sich in Lagen oberhalb 700 m Meereshöhe am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag schon eine erste Schneedecke bilden konnte, gab es auch gestern tagsüber im höheren Bergland noch einzelne Schneeschauer. Mittlerweile ist "Klaus" abgezogen und hat Platz für Hoch "Ulla" gemacht, das sich in der vergangen Nacht über Süddeutschland eingenistet hat.
Hochdruckeinfluss lässt aber zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit nicht immer Freude aufkommen. Nachdem sich die Wolken im Süden und in der Mitte Deutschlands in der letzten Nacht langsam aufgelockert hatten, konnte der Boden sein Energie ungehindert in den Weltraum abstrahlen. Das Resultat dieses Prozesses konnten Sie heute früh am Thermometer ablesen, wenn Sie in den Mittelgebirgen oder südlich davon wohnen. Bei verbreitet leichtem Frost wurde es höchste Zeit, die Winterjacke wieder von ihrem "Sommerschlaf" aufzuwecken.
Nachfolgend finden Sie eine kleine Auswahl besonders niedriger Tiefsttemperaturen der Nacht zum Freitag:
Kaufbeuren: -5,5 Grad
Nürnberg-Netzstall: -4,4 Grad
Flughafen Köln/Bonn: -2,6 Grad
Bad Dürkheim: -2,2 Grad
Offenbach: -0,7 Grad
Hoch Ulla ist aber nicht nur für kalte Nächte verantwortlich, auch mit Nebel geizt sie nicht. Das dürfte in der vergangenen Nacht zumindest in den Mittelgebirgen stellenweise zu Rauhreifablagerungen auf den Straßen geführt haben. Für die Autofahrer heißt das, dass sie sich wieder auf Glätte einstellen müssen. Für die Mitarbeiter der Winterdienste gibt es morgens wieder reichlich Beschäftigung.
Die Zunft der Meteorologen ist dieser Tage also mit der Nebelprognose beschäftigt. Schon die Vorhersage der Nebelbildung in den Nachtstunden ist eine große Herausforderung. Denn der Nebel hält sich recht häufig weder an die Erfahrung der Meteorologen, noch die an Klimatologie, noch an die Vorhersagemodelle. Das "Entdecken" des Nebels gestaltet sich ebenso manchmal schwierig, da er recht kleinräumig auftreten kann. Dann ist er trotz des dichten Beobachtungsnetzes des DWD nicht immer komplett erfassbar, auch die nächtlichen Satellitenbilder zeigen kleinere Nebelfelder nicht immer.
Nach Sonnenaufgang zeigen dann Satellitenbilder die Verteilung des Nebels recht präzise. Doch damit ist das Vorhersageproblem nicht gelöst, denn jetzt geht es um die Auflösung des Nebels, die ebenso schwierig zu prognostizieren ist.
Große Wetterunterschiede auf kleinem Raum wird es also in den kommenden Tagen geben: Einerseits goldener Oktober mit Sonnenschein ab dem Morgen und Höchsttemperaturen über 10 Grad. Andererseits grauer Oktober mit später Nebelauflösung (oder sogar Dauernebel) und Höchstwerten unter 5 Grad. Das Hoch wird sich in den nächsten Tagen langsam nach Osteuropa verlagern und der südöstliche Wind wird zunehmen. In der Folge wird mit der Zeit die Nebelneigung abnehmen und die Temperatur wieder langsam ansteigen.
Mit freundlicher Genehmigung
© Deutscher Wetterdienst
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